MX-Talent Louis Foto: ADAC MX Masters
MX-Talent Louis Foto: ADAC MX Masters

Academy-Stützpunkt Wilnsdorf: MX-Talent Louis

ADAC MX Academy

Der achtjährige Louis hat weder einen Vater, der Motorrad fährt, noch hat er ein großes MX-Vorbild, das er bewundert. Aber eins hat er sicher: Talent.

Dass Louis sich mal für Motocross interessieren würde, ist eher einem Zufall geschuldet. Vor gut drei Jahren sieht der Grundschüler ein Plakat von einem Rennen im Nachbarort Anzhausen und beschließt, sich zusammen mit seinem Vater Steffen das Spektakel mal anzuschauen. Bis dahin ahnt der Achtjährige noch nicht, wie sehr dieser gemeinsame Ausflug sein Leben verändern würde. "Ich war total fasziniert von dieser Sportart und wollte es von da an selber versuchen", sagt Louis. Und auch sein Papa kann sich an diesen Sinneswandel noch sehr gut erinnern, hörte sein Sprössling von dem Zeitpunkt an nicht mehr auf, ihn von seiner neuen Idee zu überzeugen. "Ich habe schließlich mal ein wenig im Internet recherchiert und bin so auf die ADAC MX Academy gestoßen. Und da ich wollte, dass Louis es wenn dann richtig anpackt, habe ich ihn dann zu einem solchen Schnupperkurs angemeldet", erklärt der Vertriebler aus Nordrhein-Westfalen.

Der Zweitklässler nimmt dann im Juni 2016 an der ADAC MX Academy powered by KTM am Stützpunkt Wilnsdorf des ADAC Westfalen teil, wo er bereits nach wenigen Versuchen auf dem MX-Bike merkt, wie sehr er sich wohlfühlt. "Das war schon ganz schön anstrengend, aber ich hatte richtig viel Spaß. Ich durfte damals als Erster auf die extra abgesteckte Motocross-Strecke und dort erstmal alleine ein paar Runden fahren. Das werde ich nie vergessen, das war super", so Louis. Nach dem Kurs will der Jungspund sein Academy-T-Shirt vorerst nicht mehr ausziehen und auch sein Cap trägt er von da an wie die meisten Motocrosser verkehrt herum. "Mein Sohn war unheimlich stolz, mit dem Academy-T-Shirt ist er zwei Wochen lang zur Schule gegangen", lacht der Vater.

Die Familie beschließt, Louis' neue Leidenschaft für den Motocross-Sport zu unterstützen und kauft ihm eine komplette Erstausstattung. "Eigentlich hatten wir auch keine andere Chance. Wir sind nach dem Schnuppertraining zu einem Clubabend vom MSC Oberes Weisstal gegangen, wo ja die ADAC MX Academy auch veranstaltet wird. Einer der Trainer hat Louis dann direkt beiseite genommen und ihm Motorräder gezeigt. Später durfte er sogar noch Motocross-Klamotten anziehen, sodass mir nichts anderes übrigblieb, als Ja zu sagen", grinst Papa Steffen. Seither fährt der Achtjährige im C-Cader des Vereins des ADAC Westfalen MX Juniorteams und geht immer samstags oder sonntags trainieren.

"Mein Vater und ich sind ein super Team. Allerdings muss Papa auch noch viel dazulernen, weil er sich mit Motorrädern gar nicht auskennt. Zum Glück haben wir aber durch den Club schon viele neue Leute kennengelernt, die uns immer helfen, wenn wir Fragen haben. Somit kann Papa jetzt zum Beispiel schon Zündkerzen austauschen oder hat die eine oder andere Erklärung parat, warum mein Bike manchmal wieder ausgeht", meint Louis. Und sein Vater fügt noch hinzu: "Jeder nimmt sich echt viel Zeit für uns Rookies. Das soziale Umfeld beim Motocross ist wahrlich vorbildlich. Allerdings muss man schon auch dazu sagen, dass es ein Sport ist, bei dem die Eltern sehr gefordert sind."

Priorität für die Eltern des Achtjährigen hat dabei grundsätzlich der Spaßfaktor, denn der darf bei all dem Ehrgeiz keinesfalls zu kurz kommen. "Louis findet Motocross super, allerdings spielt er auch noch Fußball und geht gern zur Schule. Das muss alles unter einen Hut passen, daher machen wir ihm auch keinen Druck, dass er beispielsweise mal an Rennen teilnimmt. Er soll Freude am Fahren haben, das ist die Hauptsache", sagt Mutter Nadine. Angst, dass ihrem Jungen etwas passieren könnte, hat sie dabei nicht. "Unser Sohn ist schon ein kleiner Kamikaze. Mit meinem Mann fährt er mitunter 30 Kilometer ohne Furcht mit dem Mountainbike durch den Wald und trägt dabei eben nur einen Fahrradhelm. Beim Motocross hat er wiederum eine volle Schutzmontur an. Zudem hat Louis auf der Strecke auch den nötigen Respekt und passt gut auf. Er ist ja auch noch der jüngste Spross im C-Kader", so seine Mama, die in jungen Jahren selbst mit einer 50er Honda über die Felder geflitzt ist.

Die ADAC MX Academy powered by KTM in Wilnsdorf ist bereits seit Beginn der ADAC Nachwuchsförderung in 2013 mit dabei und bildet seither einen von sieben bundesweiten Standorten. Die Schnupperkurse beginnen in der Regel im April und werden über die Saison in regelmäßigen Abständen bis einschließlich September veranstaltet. Das Schnuppertraining kostet 38 Euro und dauert von neun bis 15 Uhr. Für diejenigen, die nach dem Kurs Lust haben, mit dem Motocross-Sport weiterzumachen, bietet der ADAC Westfalen MSC Oberes Weisstal e.V. immer mittwochs und am Wochenende die Möglichkeit zum Training. Zudem können sich die Nachwuchssportler von morgen im Rahmen des C-Kaders des ADAC Westfalen MX Juniorteams weiter ausbilden lassen. Dieser wurde 2011 von Stützpunktleiter Marcel Dornhöfer ins Leben gerufen, um in Zusammenarbeit mit der MX Europe Offroadschool und dem MSC Oberes Weisstal e.V. ganz gezielt Motocross-Nachwuchsfahrer aus dem Bereich des ADAC Westfalen zu schulen und zu fördern. Ziel ist es, wieder mehr Talenten die Chance auf eine Karriere im Spitzenfahrerbereich zu ermöglichen. Mitmachen kann dabei jeder, der bereits ein eigenes Motorrad besitzt.